Steinbock-Zeit (Jan. 2018)

Der Eintritt des Planeten Saturn ins Stern­zeichen Steinbock exakt zur Wintersonnenwende signalisiert den Beginn einer ca. dreijährigen Zeitphase, in der die Gesellschaft auf Kosten des individuellen Freiraumes reglementiert wird. Gut die Hälfte unserer zehn Hauptgestirne (Sonne, Mond, Merkur, Venus, Saturn, Pluto) war um Mitte Januar im Steinbock versammelt. Diese ungewöhnliche ‚Massenkarambolage‘ am Himmel war für die besonders dickköpfigen und hartgesottenen unter den ‚Steinböcken‘, für Parteigranden und Alphatiere jeder Art, die erste größere Bewährungsprobe des Jahres. Ganz im Zeichen von Saturn, dem ‚schwarzen Stern‘.

Die ganze Aufregung rund um die SVP-internen Vorwahlen und deren Folgen ist daher für Astrologie-Interessierte nicht weiter verwunderlich. Saturn, der Hüter der Schwelle, wie ihn die Alten nannten (auch weil man ihn am Nachthimmel noch mit freiem Auge sieht) ist eine Urkraft, die einen reaktionären Kurs fährt, für Maß und Ordnung sorgt, und der es schnuppe ist, dabei das aufmüpfige (Wahl)Volk zu vergraulen. Sie ist Teil der Polarität des Seins. Saturn liebt Politiker und ‚Orts­obleute‘, die den Status quo repräsentieren, da er das Alte bewahren will. Die Quotenfrauen hat ihm der rebellische Uranus, Herrscher des Wassermann, im Geschlechterkampf abgerungen. Saturn spricht Klartext. Damit das Volk aufwacht.

Unsere altgediente Julia Unterberger (* 5.9.1962) scheint als Senatskandidatin insofern prädestiniert zu sein, als ihr Geburts-Saturn heuer den 0 Grad-Widderpunkt besetzt: ein untrügliches Zeichen für einen Neuanfang und Milieuwechsel zugleich. Als geborene Frauenrechtlerin (Geburts-Saturn in Wassermann) hat sie die Power (Pluto), auch auf dem großen Parkett (Jupiter) einiges zu bewegen, ohne ihr Ego deshalb heiligzusprechen.

Unser Senatskandidat Harald Stauder (* 8.11.1967) hingegen findet sich unversehens in der Rolle eines Störenfrieds wieder. Obwohl er sich als ‚Skorpion‘ mit dem Geburts-Mars im Steinbockzeichen für die gemeinsame Sache stark zu machen versteht, scheint ihm im laufenden Wahlkampf kein Sternenglück beschieden.

Steinbock-Zeit ist Korrektur-Zeit. Als Realist und bestenfalls Virtuose des Kargen steht der Ringplanet für Regulierung und Reduzierung. Zu seinen Kardinaltugenden gehört auch der Verzicht, wie er sich in der zunehmenden Politikverdrossenheit der Bürger zeigt. Bei den anstehenden Parlamentswahlen Anfang März ist ein dementsprechender Richtungswechsel zu erwarten.