Die Zirkumpolarsterne und eine Meraner Bärenfalle (30.8.16)

Zirkumpolare Sternbilder bewegen sich im Kreis um den Polarstern und sinken dabei nie unter den Horizont. Sie sind also jede klare Nacht am Himmel zu finden, so wie der Kleine und der Große Bär, der Drache, das ‚Himmels-W‘ Cassiopeia, oder zum Teil auch der Fuhrmann mit dem hellen Fixstern Capella. Alle anderen Sternbilder gehen dagegen auf und unter, so wie Sonne und Mond. Wenn wir an Septemberabenden hin und wieder nach Norden schauen, sehen wir, dass der Große Wagen / Bär zunehmend an Höhe verliert, bis er knapp über dem Nordwesthorizont über den Himmel schrammt. Dabei nimmt er die Position eines Handwagens ein, mit den ‚Rädern‘ nach unten… (Horoskop-Grafik zum Vergrößern anklicken)

Die Gerüchteküche im Meraner Gemeinderat kennt – laut den Medien - keinen Ruhetag. Infolge der umstrittenen Parkgarage am Theaterplatz spekulierte etwa das Onlinemagazin Salto am 27. Juli unter dem Titel ‚Röschs Grube‘ erneut über ein vorzeitiges politisches Aus für den Bürgermeister. Die Rebellen sollen die Falle bereitgestellt haben, um Rösch ums Hacksl zu hauen. Paul gibt sich indes gelassen und meint: Humor ist der Schwimmgürtel des Lebens. Ob er damit über Wasser bleibt? Mit dem Planeten Saturn im Skorpion, seinem Aszendenten-Zeichen, sind potentielle Bärenkräfte unter dem angekündigten ‚reichlich dicken Fell‘ nicht zu unterschätzen. Der etwas andere Sterngucker riskiert einen kuriosen Blick auf die angekündigte Galgenfrist und auch auf die politische Affinität des Bürgermeisters mit Cristina Kury, der angeblichen Frau im Rücken. [Fachliche Begriffe in (…) sind für Astrologie-Kundige.]

Nichts Genaues weiß man nicht

Die Sterne von Paul Rösch schillern laufend in neuen Farben. Inzwischen ist eine verstärkte Betonung des Luftelements auszumachen (progressive Sonne auf 0 Grad Wassermann). Dabei schnuppert der Politiker gleichsam Höhenluft. Und die ist dünn und gefährlich. Der Aufwind im bunten Ballon ‚Mein Meran 2020‘ flaute letzthin ab, und der BM wirkte aus dem Tritt geraten. Auch wenn das Bärenfell beim laufenden ‚Wundschießen‘ durch die Heckenschützen einiges abbekommen haben dürfte (progr. Saturn gespannt über Geburts-Venus und –Mars), wirkt Paul nach außen über Kritik erhaben. Ein überstürzter Alleingang (mögliche Volksbefragung) wäre jedoch ein Schuss nach hinten und hieße, zwanghaft sein Glück aufs Spiel zu setzen (Pluto im Sonnenbogen quer auf Jupiter).

Meran habe im Grunde zwei Bürgermeister, ließ Senator Zeller im Wochenmagazin ff verlauten. Ein erster Vergleich zwischen Pauls und Cristina Kurys Tageskonstellationen beim jeweiligen Eintritt ins Erdenleben ergibt kein Friede-Freude-Eierkuchen-Bild. Während Paul grundsätzlich stark wasserbetont-phantasiereich erscheint, ist Cristina - angeblich seine rechte Hand im Gemeinderat - mit der Sonne und zwei Planeten im Steinbock-Zeichen erdig-praktisch veranlagt. Ein passender Ausgleich im Umgang mit einem Visionär. Gegensätze wirken bekanntlich anziehend und können bei Bedarf eine nützliche Synthese bilden. Dabei müssen sich die beiden durchaus nicht immer ‚grün‘ sein, wenn beispielsweise der BM die Ordnung durcheinanderbringt oder eine Abmachung vereitelt (sein Neptun im Quadrat zur Sonne von C.).

High Noon in der Gemeindestube

Noch dürfte die Falle nicht zuschnappen. Die für 31. August angesagte Kampfabstimmung über die Tiefgarage steht für Rösch trotz allem unter einem guten Stern (Merkur und Venus begegnen Jupiter). Nach hartem Kampf auf Messers Schneide (Mars zur Abendstunde exponiert) dürfte sich eine Kompromisslösung mit Revision des Projektes ergeben (Merkur rückläufig). Ein Glücksversprechen, das aber nur hält, wenn nicht getrickst wird (der Neumond steht gespannt zu Saturn und Neptun). Mal sehen, ob der Bürgermeister dem Königsstern Regulus (kleiner König) am Deszendenten der Abendsitzung alle Ehre macht.